Capoeira

Capoeira ist für Männer, Frauen und Kinder. Die einzigen die es nicht lernen sind diejenigen, die es sich nicht wirklich wünschen.”
(Zitat eines sehr bekannten Meisters)

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Capoeira ist ein Tanz und zugleich ein Kampf, ist auf der einen Seite ein Spiel und wechselt im nächsten Moment zu einer ernsten Auseinandersetzung. Zudem ist Capoeira eine Lebensphilosophie und auf der anderen Seite eine Sportart, durch die man sich körperlich fit halten kann. Befragt man nun einzelne Personen, die Capoeira praktizieren, so stößt man schnell an die Grenzen einer klaren Definition dieser Praktik, zu umfangreich und individuell sind die Antworten.

In der Literatur wird Capoeira sowohl als afro-brasilianische Kampfkunst (Röhrig-Assunção 2005, Lewis 1992), brasilianischer oder afro-brasilianischer Kampftanz (Talmon-Chvaicer 2008, Onori 2002), als afro-brasilianisches Kampfspiel (Röhrig-Assunção 1999) oder als kulturelle Widerstandsform (Hegmanns 1998) beschrieben. Rein objektiv betrachtet sind die Elemente Tanz und Kampf von zentraler Bedeutung. Im deutschsprachigen Kontext spricht man meistens von einem brasilianischen Kampftanz. Je nach Gruppe oder Stil werden bestimmte Elemente wie Musik, Akrobatik, Kampf oder Tanz hervorgehoben. Einig ist man sich jedoch weitestgehend darüber, dass Capoeira eine Form der Selbstverteidigung darstellt, entstanden aus dem Widerstand der afrikanischen Sklaven in Brasilien (Röhrig-Assunção 1999: 323).